Der Narrenverein Rudenberg wurde schon im Jahre 1954 als Elferrat Rudenberg gegründet, darf sich also schon als Traditionsverein betrachten. Die Fasnacht an sich hat in Rudenberg natürlich eine noch sehr viel ältere Tradition. So ist zum Beispiel noch ein Rudenberger Narrenblatt aus den zwanziger Jahren erhalten. Die Gründung des Vereins wurde von 12 rührigen und idealistisch eingestellten Männern angeregt und durchgesetzt:

 

Herrmann Krepper als erster Narrenvater,

Hans Frei,

Mathäus Kleiser,

Bernhard Golmann,

Josef Straub,

Heinrich Braun,

August Löffler,

Otto Horl,

Karl Hofmeier,

Konrad Kern,

Otto Willmann.

Hinzu kam Otto Winterhalder als erster Narrenpolizist.

 

Die Fasnachtsfigur der Waldhexe, die in ihrer jetzigen Form seit 1976 existiert, basiert auf der Sage von einem alten Weiblein, das einen Bauern, der Sonntags im Wald Holz zu fällen pflegte, zur Strafe für sein unchristliches Verhalten im Sumpf absaufen ließ. Diese Geschichte soll sich auf der Wieden, einer Anhöhe im Wald zwischen Rudenberg und Reichenbach zugetragen haben. Wieviel von der Sage wahr ist, weiß niemand genau, aber ein Gedenkbildstock in jener Gegend erinnert an den verunglückten Bauern.

 

Leider konnten wir den echten Namen dieser alten Sagengestalt - Wiedewibli - nicht verwenden, da dieser bereits seit vielen Jahren von der Narrenzunft Neustadt für eine Einzelfigur als Partnerin für den berühmten Waldgeist verwendet wird.

 

Das Häs der Waldhexen besteht aus einem schwarzen Rock mit Blümchenmuster, schwarzer Bauernjoppe, roter Flickenschürze, rot-weißen Ringelsocken, Strohschuhen und den obligatorischen weißen Spitzenhosen. Komplettiert wird die Aufmachung durch eine handgeschnitzte Maske mit gelben Schlitzaugen, großer Nase und langen Eckzähnen. Krönung der Erscheinung ist ein großes, orangefarbenes Kopftuch. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache daß der inzwischen leider verstorbene Ehren-Elferrat und Gründungsmitglied Josef „Sepp“ Straub bis zum Jahr 2001  jede einzelne Hexenmaske geschnitzt hat. Dies ist eine Leistung, die wir alle  mit großer Dankbarkeit zu schätzen wissen.

 

Im Jahre 1993 wurde der längst überfällige Schritt unternommen, den Verein rechtlich abzusichern, seitdem führt man den Titel e.V.. Der Elferrat ist jedoch inzwischen aus Altersgründen zurückgetreten und hat die Führung des Vereins in die Hände der Waldhexen abgegeben. 

 

 

 

Die Gründungsmitglieder  Josef Straub  und Hermann Krepper  mit  dem letzten Rudenberger Narrenvater  Reinhard Waldvogel. (von links)

 

 

Der Verein zählt ca. 45 erwachsene Hästräger sowie 25 Kinder und Jugendliche. Der Aktionsradius während der Fasnacht umfaßt inzwischen über 100 km zwischen Rhein, Neckar und Bodensee. Vor allem bei Umzügen geben die Waldhexen durch den neuen, mit professionellem Graffiti aufwendig gestalteten Umzugswagen sowie durch einen überdimensionalen, fahrbaren Hexenbesen stets ein beeindruckendes Bild ab. Pyrotechnische Effekte und diverse Choreographien gehören genauso zum Programm wie das Strohschuhe-Kicken oder das Verschleppen von jungen Damen, wie es nun einmal Hexenart ist.

 

Der Verein hat sich die Pflege des fasnachtlichen Brauchtums in Rudenberg zur Aufgabe gemacht und gestaltet drei Veranstaltungen pro Saison im einheimischen Gasthaus. Auch die Herausgabe des traditionellen Narrenblatts wird durch den Verein übernommen. Diverse Gastauftritte bei Veranstaltungen benachbarter oder befreundeter Vereine runden das Tätigkeitsfeld ab.

 

 

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